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Apropos Tanzkapellen...

Bild: Ueli Moser (srf)

Wir sassen in der ersten Reihe. Haben das unplugged-Konzert akkustisch recht privilegiert, aus unserer Position aber auch visuell in vollen Zügen genossen. Da präsentieren sich Musiker auch in ganz speziellem Outfit. Etwa der Bläser Sepp Wipfli am linken Flügel. Vom Saal her gesehen. Oder rechts der Meister persönlich. Bekanntermassen - und darum vertraut - mit Pagenschnitt, schwarzem Zylinderhut, weissem Hemd und roten Hosenträgern: Ueli Mooser, die Galionsfigur des musizierenden Ensembles und kreativer Kopf der Schweizer Volksmusik.

Aber auch der Geiger Johannes Schmid-Kunz, der das Programm mit amüsanten Anektoden garnierte. Auch Akkordeonist Fränggi Gehrig und Bassist Peter Gisler konzentrierten sich unter aufgesetztem Hut auf die Noten vor ihnen, was Patrick Stadler, der Mann an der Posaune zwar ohne Kopfbedeckung, dessen ungeachtet aber ebenfalls bravourös meisterte. 

Weil wir also vorne sassen, störten die Leute, die sich hinter uns in den auf Konzert gestuhlten Reihen immer wieder von ihren Sitzen erhoben, um ganz hinten im Saal ihre Beine zu lockern, nicht weiter. Man bringt doch Verständnis dafür auf, wenn es ebenfalls älter gewordene Zeitgenossen fast aus den Socken haut, wenn sie Schlager-Tangos wie Donna Klara oder Schwarzer Zigeuner hören und sie bei «Züri-Liedern» à la «de Heiri hät, es Chalb verkauft» ins Schwärmen kommen. Dass nach der getanzten Sehnsuchtshymne «Over the Rainbow» mit dem letzten Stück «s isch ja nur es Träumli gsi» einhergeht, ist aber eher Zufall als das vertonte Back to the seats.

«Wir spielen zwar vorwiegend konzertante Musik und nicht Tanzmusik als solche. Aber man soll auf jeden Fall tanzen können zu unserer Musik, erklärt Ueli Mooser im Gespräch nach dem Anlass. Früher warben nicht Rockgruppen, Bands und Combos, sondern Tanzkapellen, Salon- und Tanzorchester um die Gunst des Publikums. Vereinzelte hoffen unter diesen Begriffen auch heute auf Engagements. «Wir sind Ihre Tanzmusik für alle Anlässe und Fälle. Engagieren Sie uns» heisst es da in einschlägigen Werbekanälen. «Wir rocken Ihr Publikum und sorgen für Unterhaltung pur. Sie werden staunen, was wir aus Ihren Gästen machen, wenn wir mit ihnen in Bombenstimmung auf einer Polonaise unterwegs sind.»

Den Ueli Mooser, der mit umgehängtem Banjo -  samt seiner Tanzkapelle im Sog -  voraus an der Spitze eines Gänsemarsches durch enge Tischreihen in Lokalen zieht, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Wirklich nicht!  Ansonsten aber ist eine (Tanz)Veranstaltung oder ein Konzert mit der Tanzkapelle Ueli Mooser wirklich etwas Besonderes und echt zu empfehlen. Obwohl die Ländlermusik kraft bekannter Protagonisten auf der Bühne omnipräsent ist, findet diese selber nur marginal statt. Anhänger des harten (Ländler)Kerns seien also hiermit nicht angesprochen. Liebhaber leichter, unterhaltender, toll arrangierter und hervorragend präsentierter, so genannter Trivialmusik aller Musikstile aber umso mehr.

Geri Kühne 

 

Live-Musik Auswahl:

Bern BEA und Luzern Luga (div. Formationen).

DO 2.5.
Sihlbrugg «Dukes» (Urnergmüet).

FR 3.5.
Rickenbach LU «Löwen» (Seebärggruess),
Chur «Neustadt» (GrauBÜNDIG),
Schüpbach i.E. «Emmenbrücke» (Gugulüsch),
Andeer «Gewa» (Schabernack),
Bürglen «Adler» (Tänzig),
Seewen «Bauernhof» (Schälin/Birchler).

SA 4.5.
Bühler AR «Laufstall Freund» (Holdrioo),
Gsteig «Heiti» (div. Formationen),
Engelberg «Bänklialp» (Echo vom Schafband),
Rothenthurm «Biberegg» (Alpsteebuebe).

SO 5.5.
Bühler «Laufstall Freund» (Sonnenwend),
Bürglen TG «Festzelt» (Brunner/Nauer/Mettler 11.30 h),
Chur «Bierhalle» (Grischuna-Örgeler),
Rothenthurm «Biberegg» (Werner Ehrler).

MI 8.5.
Zürich-Letzigrund «Schlachthof» (Stoller/Zumkehr/Wittwer),
Rüegsbach «Säge Rinderbach» (Gupfbuebe). 



Links zum Thema https://sagi-rinderbach.ch
Beitrag vom 01.05.2019



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