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Die Guggen gucken

Bild: Lischtchlepfer Haslen

Mit den sechs Fasnachtstagen ab Schmutzigem Donnerstag stehen den Guggenmusiken im ganzen Lande die eigentlichen Höhepunke noch bevor. Zwar sind die schrägen Musikformationen schon seit Wochen an Umzügen, Guggen-Derbys und Maskenbällen unterwegs, aber die geballte Ladung erfolgt ab 28. Februar. Und anschliessend auch noch an der Basler Fasnacht. Gemäss Wikipedia soll es alleine in der Schweiz inzwischen über 700 Gruppen und Vereine geben, die während der Narrenzeit voll Rohr auf Tour sind.

Nicht alle mögen die Töne der Guggen, nicht alle ertragen deren bewusst inszenierten und schief intonierten Vorträge. Schon gar nicht in kleineren Lokalen. Ob Kaspar Muthers (Komponist und Heirassa-Klarinettist) Schottisch Ruck-Zuck eine Verbindung zum Rucki Zucki, dem früheren Pflichtstück jeder Guggenmusik zu Grunde liegt, weiss ich nicht. Immerhin war ich Augenzeuge, wie der gute Kaspar einst ein kleines Lokal ruck zuck zack zack verliess, als sich eine respektable, rund 30 köpfige Guggerschar mit eben diesem Rucki Zucki dröhnend und schränzend in ein 60-Platz-Restaurant zwängte.

Auf der Strasse, auf Plätzen und an Umzügen sind die oft auch prächtig und aufwändig gekleideten Gugger gern gesehene Gäste, weil sie sowohl eine willkommene Bereicherung als auch amüsante Unterhalter, manchmal sogar Stimmungsbomben sind. Dass im Freien beim Publikum Gassenhauer zum Mitklatschen und Mittanzen mehr ankommen als von ihm schwerer verstehbare Technomusik oder - eher an Auftritten in Hallen mal angebrachte - brave Balladen, versteht sich von selbst.

Zur Debatte steht da auch noch was anderes. Sind die vielen, meist eher jüngeren Fasnächtler, die sich durch so manche Nächte schränzen und damit ihren wertvollen Beitrag zu einer traditionellen Volkskultur leisten, jetzt eigentlich eine Guggen- (mit n) oder, aufgrund der einzelnen Mitlgieder, eine Gugger-(mit r) Musik? Ist ihre stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene Art «falsch» oder «schräg» eingeübte und gespielte laute Blasmusik ein wirksamer Brauch, den Wintergeist zu verjagen? Oder einfach nur ein Geguuge? «Chatzemusig», wie sie im Wallis und anderswo auch genannt wird. Und kommt Guge allenfalls von «tü tä tü », weil Guge im Allemannischen für Tüte (rein tüten oder mit Pommes füllen) steht?

Im Schweizerdeutschen werden nicht umsonst alle Arten von Blasinstrumenten Guge genannt. Eine wissenschaftlich begründete und definitive Antwort liegt nicht vor, sodass sich unsereins doch einfach damit abfindet, dem ganzen Geblase, Getue und Geschränze weiterhin genüssliche Gelassenheit entgegen zu bringen und der so aufgestellten Guggen-Szene zuzuhören. Aber auch amüsiert zu gucken, wie sie guugen, die Gugger.

Ländlermusik live Auswahl:

DO 21.02,
Ennetbürgen «Herdern» (Bühler/Fischer 14.h),
Sattel «Post» (Karin Nussbaumer/Sebi Betschart 18 h),
Adelboden «Schermtanne» (Werner Brügger 20 h).

FR 22.02.
Leukerbad «div. Lokale» (Follchlore und andere 17 h),
Rothenthurm «Biberegg» (Urs Brühlmann CD-Taufe).

SA 23.02.
Engelberg «Bänklialp» (Fellerruiter),
Entlebuch «Rengg» (Richi Rogenmoser/J.Bucher/Osi Zurfluh),
Feusisberg «Feld» (Echo vom Druosbärg),
Kernenried «Löwen» (Hokuspokus),
Ried-Muotathal «Fluhhof» (Echo vom Bäräaug),
Rothenthurm «Biberegg» (Dani und Thedy Christen).

SO 24.02.
Schattdorf «Raststaätte» (Nauer/Hugler 10 h),
Giswil «Grossteil» (WARUMA 13 h),
Allenwinden «Löwen» (Zündhölzlimusig 14 h),
Rickenbach «Windstock» (Echo vom Geisslezwick ),
Weissbad «Loosmühle» (Settertalbuebe).

MI 27.02.
Bassersdorf «Löwen» (Just/Meierhans),
Rüegsbach «Säge» (Ohalätz),
Seedorf «Rössli» (Chlewägruess).

Geri Kühne

Beitrag vom 20.02.2019



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