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Gölä machts und Trauffer tuts

Bild: www.trauffer.ch

«Dä Gölä machts. Und dä Trauffer tuets: Sie jodlet». Dieser Ansage der Moderatorin zu einem Beitrag im Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 folgt ihre rethorische Frage ans Publikum, warum dann Jugendliche folglich nicht ebenfalls Jodeln sollten. An der Hochschule Luzern können sich Studierende seit Herbst mit Jodeln im Hauptfach auseinander setzen. Unterrichtet wird das neue Angebot von der Jodlerin Nadja Räss. Erstmals hatten die Medien letzte Woche Gelegenheit, bei einer Probe hinter die Kulissen zu blicken.

Das Interesse der Journalisten war gross. Selbst SRF berichtete aktuell in der Tagesschau-Hauptausgabe. Das neue Angebot stösst aber teilweise gerade auch in Jodlerkreisen auf Kritik. Jodler Franz Stadelmann befürchtet, dass das Jodeln durch den Hochschul-Unterricht akademisiert wird: «Der Ursprung des Jodelns geht auf über 1000 Jahre zurück und ist dementsprechend traditionell verankert. Eine Prüfung ablegen und schreiben lassen, finde ich absurd. Die Schwinger haben auch keine Hochschule. Ruedi Rymann war nie an einer Hochschule und hatte trotzdem Erfolg. Die Urwüchsigkeit, die Natürlichkeit, die Eigenarten gehen verloren».

Studienleiterin Nadja Räss ist anderer Meinung. Für die Jodlerszene sei es ein Gewinn, wenn es in der Zukunft ausgebildete Gesangspädagogen gebe, welche sich auch auf das Jodeln spezialisieren und Bescheid wissen, wie es funktioniert. Bezüglich Natürlichkeit werde grosser Wert auf die Eigenarten (Naturjodel) der Regionen und urwüchsiges, archaisches Jodeln gelegt. Räss: «Um an der Hochschule studieren zu können, braucht es schon einen zünftigen Rucksack. Die Studierenden müssen eine Aufnahmeprüfung ablegen, denn zum Studium gehören ein breites Wissen, Theorie und Geschichte der Musik und der Volksmusik, Stimmbildung, Klavierspiel usw. Tradition ist das Fundament. Daraus darf sich selbstverständlich auch Neues entwickeln. Verakademisiert wird das Jodeln nicht, da werde ich schon Gegensteuer geben. Doch es ist wichtig, dass Singen und Jodeln in unserer Gesellschaft viel mehr stattfindet», betont Räss.

Gölä und Trauffer mögen das Interesse Jugendlicher für das Jodeln neu wecken und hoffentlich mit fördern. Das ist doch gut so. Die Ansätze des Mundartrockers Gölä sowie des Alpentainers Trauffer sind jedoch ganz andere. Gölä singt auf seinem Album «urchig» seine Hits. Einwandfrei, herzzerreissend schön, brav und lieb. Diverse Jodlerklubs aus der ganzen Schweiz (!-verkauft sich besser) liefern zu jedem Lied je einen Akkord-Teppich. In der Jodlerszene nennt sich das «Gradhebä», was man wohl auch an der Hochschule erfährt. Trauffer machts country-pop-rockiger: «Mir sind Sennesinger und Trichleschwinger. Hey Jungs, Schnupfe isch üses Hobby, und wär nid schnupft, der isch en Globi».

Ohne das eine gegen das andere abwägen zu wollen: Das Studium in Luzern wird definitiv dazu beitragen, dass kommende Generationen dereinst ein traditionelles Kulturgut wie seriöses Jodeln von durchaus unterhaltendem und darum auch berechtigten, aber kommerziellen Gejodel zu unterscheiden vermögen.

Musik Auswahl:

DO 06.12
Lachen «Zelt» (Lachner-Wiehnachtszauber, ausser MO täglich),
Bürglen «Adler» (Schuler/Muheim).

FR 07.12.
Rapperswil «Fischmarktplatz» (Just/Meierhans Chlausstubete VSV SG),
Bad Ragaz «Zollstube» (Echo vom Paradiesli),
Schüpbach «Emmenbrücke» (Ländler-Chutze),
Gonten «Roothuus» (Barbara Kamm),
Rüegsbach «Säge» (Aarelouf),
Hemberg «Löwen» (Innerschwyzergruess),
Spiringen «Post» (Echo vom Eierschwand),
Zug «Bären» (Echo vom Kontrabass-Shop).

SA 08.12.
Zug «Bären» (Matter/Haller),
Näfels «SGU» (Ländlerweihnacht diverse),
Engelberg «Bänklialp» (Echo vom Pilatus),
Ried-Muotathal «Fluhhof» (Ächt Bodästendig),
Einsiedeln «Isebähnli» (Mosi-Musig),
Rothenthurm «Biberegg» (Rampass).

SO 09.12.
Aeschieried «Chemihütte» (ländler.CH),
Schattdorf «Raststätte» (Riviera Weggis),
Luzern «Schiffsstation» (Joe Wiget ab 13.12),
Wahlendorf «Rössli» (Follchlore),
Allenwinden «Löwen» (Adlergruess),
Rickenbach «Windstock» (Echo vom Muotaland).

MO 10.12.
Muotathal «Selgis» (Nussbaumer/Betschart),
Altdorf «Schützenhaus» (Gebrüder Kallen).

DI 11.12.
Weissbad «Hof» (Baazli),
Kirchberg «Kirche» (René Jakober),
Rüegsbach «Säge» (Thürler/Mosimann),
Seedorf «Rössli» (Gantegruess).

Geri Kühne

Links zum Thema

https://www.urchig.shop/

http://www.trauffer.ch/

Beitrag vom 05.12.2018



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