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Jodeln will gelernt sein

Bild: nadjaraess.ch

An der Hochschule Luzern haben im Herbst ein paar Studentinnen ihr Bachelorstudium begonnen. Hauptfach Jodel! Aller Augen und Ohren sind somit auf die Studierenden und ihre Dozentin Nadja Räss gerichtet. Sie leitet neu auch den Studiengang Volksmusik an der Hochschule Luzern.

Wird sich in drei Jahren zeigen, ob Diplom-Jodeln vom Jodeln ohne Diplom zu unterscheiden ist? Muss es gar nicht! Der neue Studiengang an der Hochschule (HSLU) ist vielmehr eine intensive Berufsausbildung. Ziel ist, mit einem zusätzlichen Master in Pädagogik später an Schulen und Musikschulen Gesang, und darin auch die Spezialisierung Jodel zu unterrichten. Analog der inzwischen rund 20 Instrumentalisten, die ihren Studiengang in Musik an der HSLU bereits abgeschlossen haben und heute Schülerinnen und Schüler vorwiegend zu Volksmusik in Violine, Klavier, Akkordeon, Kontrabass, Hackbrett oder Schwyzerörgeli ausbilden. Kompetent, weil sie nicht nur technisch versiert, sondern auch in Bildung und Erziehung (Pädagogik) von Kindern und Jugendlichen ausgebildet sind.
Jodeln an sich kann man auch in Kursen des Eidgenössischen Jodlerverbandes EJV lernen. Von diesem Angebot hebt Nadja Räss die Ausrichtung ihres Hauptfachs allerdings begründet ab: «Die Ausbildung beim eidgenössischen Jodlerverband ist völlig in Ordnung, aber eine Laienausbildung. Diese Interpretation hat im Verband anfänglich zu Diskussionen geführt. Warum soll das Brauchtum Jodeln, das innerhalb der erwähnten Laienszene über Generation weitergegeben wurde, jetzt plötzlich studiert werden? Dass lebendige, traditionelle Volksmusik auch bei uns zum Studienfach wird, ist jedoch nicht ungewöhnlich. In Finnland wird seit Jahren die finnische Zither, in Irland die irische Fiddle und in Luzern eben Schwyzerörgeli doziert.

Traditionalisten befürchten mit der Akademisierung den Verlust von Authentizität. Sie vermuten, dass eine institutionalisierte Ausbildung die Musik verkünstelt.

Es stehen einander also unterschiedliche Erwartungen von Jodel und Volksmusik gegenüber. Das betrifft auch den Umgang mit den regionalen Jodel-Traditionen oder, bei der Ländlermusik, von Stilen. Mit ihm ist die Vorstellung verknüpft, dass nur ein gebürtiger Appenzeller in der Lage sei, einen echtes Ruggusserli zu singen. Oder nur ein Berner wisse, wie das Schwyzerörgeli-Spiel wirklich tönen soll. Dem ist nicht so. Die Studierenden werden sich eben ein breites Spektrum aneignen und es beruflich nutzen, was sich auf Dauer bewähren dürfte und zu Gunsten der Volksmusik auszahlt.

Was schliesslich zählt, ist Herzblut. Noldi Alder, Geiger, Jodler und Komponist, und kürzlich zusammen mit Willi Valotti (im Jodlerverband vor Jahrzehnten auch umstrittener und heute gefeierter Jodlerkomponist) mit dem Schweizer Musikpreis (vom Bundesamt für Kultur) ausgezeichneter Volksmusiker, sagt es so: «Jodel selber muss nicht perfekt sein, Hauptsache, er kommt aus der Seele».

Musik-Auswahl:

DO 08.11.
Sihlbrugg «Dukes» (Peter Hess),
Uznach «Frohe Aussicht» (waschächt, CD-Vorstellung).

FR 09.11.
Biberbrugg «Post» (Echo vom Paradiesli»,
Goldau «Bernerhöchi» (Muotachoscht: Schälin/Zehnder/Bürgler),
Ingenbohl «Greiflerhütte» (Tanzboden),
Unterägeri «Sonnegg» (Studhalter/Dober/Pfister).

SA 10.11.
Schattdorf «Raststätte» Lui Bürgler/Friedel Herger 10 h)
Chur «Bierhalle» (Martin Suter sen./jun. m. Marion, 13.30 h),
Ebnat-Kappel «Speerblick» (Tanzboden),
Ingenbohl «Bahnhof» (Schmidig/Buchli/Zurfluh),
Oberschönenbuch «Pension Betschart» (Muotachoscht),
Rothenthurm «Biberegg» (Gebr. Gwerder),
Unterägeri «Alp Sonnegg» (Esther und Edith).

SO 11.11.
Arth «Kaffeestube» (Ur-Musig),
Gersau «Rigi Burggeist» (Hessbuebe),
Rickenbach «Windstock» (Fredy und Sigi Reichmuth).

MO 12.11.
Altdorf «Schützenhaus» (Erich Studer).

DI 13.11.
Gersau «Gersauer Herbst» (Pflanzplätz mit Dani Häusler).

Geri Kühne

Links zum Thema http://www.jodlerverband.ch/
Beitrag vom 07.11.2018



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