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SeLaSe und die Villgauer


Sepp Lagler feiert am Mittwoch Geburtstag. Mit Geris Ländlertipp erfüllt ihm Radio Tell dazu einen Musikwunsch.

Sepp Lagler, Seewen. In Ländlerkreisen ist er auch unter dem Kürzel SeLaSe bekannt. Im Elternhaus, wo der 62jährige zusammen mit drei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen ist, wohnt er heute als Vater von zwei Söhnen mit Ehefrau Veronika (Kälin).

Schon der Vater hiess Sebi. Er spielte Handorgel, Schwyzerorgel, Klarinette und Sopransaxophon und hatte mit seiner Kapelle während rund 15 Jahren wöchentlich zwei bis drei Auftritte im «Des Alpes» in Luzern. Vaters Musik hat den Jungen beeindruckt. Er brachte sich mit viel Fleiss und ohne Unterricht das Spielen auf dem Kontrabass bei und griff mit den sich einstellenden Fortschritten immer öfters dann zu diesem Instrument, wenn Vaters Kapelle zu Hause probte. Routine eignete sich Sepp Lagler an Stubeten bei Albert Krummenacher im «Kreuz» in Gunzwil an, wo er auch Gelegenheit bekam, mit anwesenden Koryphäen der Szene aufzuspielen, was ihn natürlich förderte. Er schaute und hörte auch andern Bassisten zu. Ueli Mooser war immer ein Vorbild, auch jüngere Bässler wie Sepp Huber, Andy Schaub oder Beat Mader gefallen ihm besonders gut. Die Genannten sind zwar eher im konzertanten Ländlerstil anzutreffen. Der gefällt Lagler selbstverständlich auch. «Sofern noch Melodien erkennbar sind». Zu Hause und wohl fühlt er sich jedoch bei traditioneller, urchiger Musik, insbesondere im Villgauer-Stil.

Villgauer-Stil? «Die Illgauer nennen sich im Dialekt so, und weil es etliche gute und bekannte Villgauer-Musiker gab und gibt, spricht man in der Szene vom gleichnamigen Stil. Es handelt sich grundsätzlich einfach um tänzige, melodiöse, zackig gespielte Musik. Und jene, die diesen Stil pflegen, möchten die Kompositionen der Altmeister (Giovanelli, Brügger, Bürgler) wie auch jene der heutigen Komponisten möglichst originalgetreu interpretieren», erklärt Lagler. Wie der Villgauer-Boom zeigt, eine auch in andern Regionen vertretene und beliebte Art der Ländlermusik-Interpretation.

Sepp Laglers physische Verbindungen zur Villgauer-Szene entstanden bei den Güdeldienstag-Stubeten im Elternhaus seines Vaters. Das damalige «Müsigle» führte zu Gründungen heutiger Formationen wie Rickenbacher/Heinzer, Gebrüder Rickenbacher oder auch Illgauergruess, wo Sepp am Bass mitspielt.

Bevor SeLaSe seinen Musikwunsch nennt, äussert er sich zu einem Anliegen, das nicht nur ihn beschäftige. «Mir gefällt der Begriff «Neue Volksmusik» im Zusammenhang mit Ländlermusik nicht. Vielleicht stammt der Komponist ja aus der Ländlerszene, aber die Kompositionen haben mit Ländlermusik oft nichts mehr zu tun. Worin und womit ist also der Begriff «Neue Volksmusik» begründet. Damit sich Konsumenten besser darüber informieren könnten, welche Musik sie jeweils erwartet, müssten klare Bezeichnungen geschaffen werden. Ich weiss, schon wieder Regeln», sagt Sepp, «aber sie wären Dienst am Kunden».

Zum Musikwunsch: Der Titel eines Altmeisters und gespielt im alten Stil ist zu hören am Mittwoch, zirka 19.30 Uhr, am Donnerstag um 13.30 und am Freitag um 10.30 Uhr.

Geri Kühne

Beitrag vom 21.07.2021




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