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Der Apostel Wysel Gyrs

Bild: Ruedi und Rita Kissling (www.musigposcht.ch)

In Gunzgen feierte am Montag Ruedi Kissling Geburtstag. Zwei Tage später erfüllt ihm Radio Tell in Geris Ländlertipp gerne seinen Musikwunsch, der heute Mittwochabend um zirka 19.30 Uhr, am Donnerstag um 13.30 oder Freitag um 10.30 Uhr zu hören ist.

Vielleicht kommen einige Leserinnen und Leser mit dem Namen Ruedi Kissling nicht auf Anhieb zurecht. Bei welcher Formation spielt jetzt der auch wieder. Und welches Instrument? Sie können passen. Ruedi Kissling hätte durchaus gerne Schwyzerörgeli gelernt. «Doch wenn man morgens um fünf aus dem Haus geht und in der Regel nach 20 Uhr wieder nach Hause kommt, fehlt ganz offensichtlich sowohl die Zeit als auch die Motivation, mich mit einem Instrument auseinanderzusetzen», erklärt Kissling. «Kommt hinzu, dass ich mich seit Jahrzehnten über den langen Tag hinweg andauernd mit Schweizer Volksmusik befasse. Da mag ich mich dann am Schluss des Tages nicht mehr mit einem Örgeli zu befassen».

Verständlich. Auch wenn der Ruedi also nicht in einer Formation mitspielt und dadurch einem Teil des Publikums unbekannt sein könnte, wissen gleichwohl Hunderttausende, wer er ist. Und in welcher Mission er seit 45 Jahren durch die ganze Schweiz zieht. Eine exakte Berufsbezeichnung gibt es nicht für den Job, den Ruedi ausübt. Wysel Gyrs Apostel, habe man ihm auch schon gesagt, aber für die Kunden seines Geschäftes ist er ganz einfach «Ruedis Musigposcht».

Seit 1975 sind Rita und Ruedi Kissling mit grossem Engagement für die Schweizer Volksmusik auf Tour und bedienen auf Märkten, Chilbenen, Messen und volkstümlichen Grossanlässen ihre Kunden. Ruedis fahrbarer Marktstand ist längst ein beliebter Treffpunkt geworden und inzwischen Kult. Hier deckt sich im Vorbeigehen ein, wer die Neuheiten auf dem Markt noch nicht erworben hat, Raritäten sucht, Alphorn bevorzugt, Blasmusik liebt, Jodel mag, Appenzeller Streichmusik, Bündner Klarinettler oder Berner Schwyzerörgeler bevorzugt oder schon längst ein spritziges Handorgelduo als CD ins Auto holen möchte. Aus dem mikrigen Marktstand von einst wurde im Laufe der Zeit ein urchig-heimeliges Holz-Chalet. Das steht heute im Garten der Kisslings.  Die Leute treffen sich aktuell beim Stand auf dem Lieferwagen zum Schwatz und Kauf.

Mit der Zeit äusserten die Kunden den Wunsch, die Volksmusik ab Schallplatte, Musikkassette und heute CD auch währen des Jahres bestellen zu können. Neben dem Kisslingstand wurde der Versandhandel aufgezogen. Per E-Mail, telefonisch oder per Post wird heutzutage bei «Ruedis Musigposcht» bestellt, was das Herz begehrt. Wer regelmässig aus erster Hand über Neuheiten und Aktionen informiert sein möchte, bestellt sogar Ruedis Newsletter.

Seit Beginn der Pandemie ist Kisslings Versandhandel erst recht zum Homeoffice geworden. Was auffalle, sei die Tatsache, dass die Menschen nach wie vor und erst recht gerne Musik hören, erzählt Ruedi Kissling, bevor er seinen Musikwunsch äussert. Wie immer höchst interessant, wofür er sich aus «seinem» riesigen Sortiment entscheidet.

Geri Kühne

Beitrag vom 03.02.2021




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