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Der Bassgeiger mit dem Vogel

Bild: Der junge Osi Zurfluh

Der nächste musikalische Geburtstagsgruss in Geris Ländlertipp auf Radio Tell geht nach Ibach. Dort feierte Osi Zurfluh seinen 61sten.

Osi Zurfluh kam über Umwege zum Bassgeigenspiel. Ein instrumental Spätberufener, war er doch bereits 23, als er einen Kontrabass kaufte und erstmals dessen Saiten zu streichen und zu zupfen versuchte. Seinem jüngeren Bruder Ruedi kaufte er später ebenfalls einen Bass und brachte das grosse Instrument zu ihm nach Hause ins Urnerland. Das ausgeprägte Musikgehör der 'Zurfluh-Buebe' führte im Fall von Osi dazu, dass er schon nach drei Monaten intensivem Üben öffentlich aufspielte. Und seither ist der sympathische und bescheidene Bassist häufig am Musizieren. Bei manchen Formationen als Aushilfe, fest und regelmässig aber bei der Kapelle Echo vom Gätterli, im Trio mit Jörg Bucher und Richi Rogenmoser und mit der Kapelle Adlergruess. 

Die Zurfluh-Kinder, vier Buben und vier Mädchen, haben die Ländlermusik schon früh entdeckt.Die vier Buben, angeführt vom 13jährigen Osi, schrieben vor 47 Jahren Fernsehgeschichte. Immer wieder wurden die «Zurfluh-Buebe vu Steine» an volkstümliche Unterhaltungsabende verpflichtet, wo sie als Bödeler-Quartett das Publikum begeisterten. Das blieb dem legendären Wysel Gyr nicht verborgen, weshalb er sie in eine «Stadt und Land»-Sendung holte und sie zusammen mit Paaren des Einschellervereins March via Bildschirm in die Stuben der Schweiz tanzen lies. «Er spüre es noch heute in den Gliedern», sagt Osi lachend. «Betschart/Rogenmoser spielte den Schottisch 'Am Siebner Priis-Bödele', die Paare drehten sich im Rund, wir aber hatten während rund drei Minuten mit Bödele durchzuhalten. Selbst für Buben war das konditionell sehr anspruchsvoll». Den damaligen TV-Auftritt bezeichnet er als erstes High-Light in seiner volkstümlichen Karriere. Osi bödelet noch heute. Und im Verlaufe der vergangenen 47 Jahre gewann er etliche «Priis-Bödele». Oder er belegte vordere Ränge.

Der zweite Höhepunkt stellte sich im letzten Sommer auf der Seebodenalp ein. Während er zum Schottisch seiner Kollegen Richi und Jörg rhythmisch den Bass strich, setzte sich ein Distelfink in die linke Einbuchtung neben den f-förmigen Schalllöchern. Während mehreren Takten genoss das Vögelchen offenbar die Vibration des Resonanzkastens, um sich darauf flugs auf den Bassbogen zu setzen und damit das feine auf-ab-Schwingen im Zweivierteltakt auch noch zu spüren. Sensationell! Schnell entdeckten Gäste die Szene. Ergötzten sich und hielten sie in Schnappschüssen fest. Fotos und Videos verbreiteten sich auf Social-Media-Plattformen weltweit. «In Reaktionen wurde auch an der Echtheit des Naturschauspiels gezweifelt, aber ich habe den Vogel ja nicht dressiert», äussert sich Osi schmunzelnd zu Highlight Nummer zwei.

In den zwei Höhepunkten spielt das Handorgelduo Betschart/Rogenmoser sowohl von physischer Präsenz als auch von der kompositorischen Seite her eine bedeutende Rolle. Osi Zurfluhs Musikwunsch zum Geburtstag passt, und ist am Mittwoch um zirka 19.30 Uhr, am DO um 13.30 und FR um 10.30 Uhr in Geris Ländlertipp auf Radio Tell zu hören.

Geri Kühne

Beitrag vom 30.12.2020




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