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Der vielseitige Störmusiker


Simon Lüthi aus Ebnat-Kappel feierte am letzten Sonntag Geburtstag. Radio Tell erfüllt ihm am Mittwochabend um zirka 19.30 Uhr und wie üblich somit auch drei Tage später einen Musikwunsch.

Der 39-jährige Toggenburger ist ein Allrounder mit Talenten in verschiedenen Bereichen. Die Stammformation des Schwyzerörgelers, Miniörgelers, Kontrabassisten und Akkordeonisten ist die eigene Familienkapelle «Tanzboden». Zu ihr gehören als Partner am Örgeli Bruder Mathias und am Kontrabass Schwester Claudia. Simon wird überdies immer wieder dann, wenn Not am Mann ist, auch als Aushilfe in verschiedene Formationen gerufen (Echo vom Vitznauerstock, Frowin Neff/Simon Lüthi u.a.) Er selber hat sich darum auch schon als Störmusiker bezeichnet. Lüthis Vielseitigkeit ist allerdings klar gefragt und stört nicht im Geringsten. Der Begriff ist dem früheren Vokabular jener Berufe entlehnt, die ihr Handwerk im Haus der Auftraggeber ausführten. Der Störmetzger zum Beispiel, der von Hof zu Hof zog.

Simon Lüthi ist als leidenschaftlicher Tänzer, Bödeler und Gäueler (Gäuerlen ist ein Werbetanz in Schwyz) bekannt. Zuschauern am TV vielleicht auch aus der Sendung «Viva Volksmusik», wo er seine Lebenspartnerin Karin Gwerder mit einen Balztanz par excellance umwarb. Eine weitere Leidenschaft ist das Jodeln. Lüthi schreibt Texte und komponiert Jodellieder. Mit beidem hat er sich auch im Jodelmusical «Uf immer und ewig», einer Mischung aus Jodeln, Gesang, Musik und Tanz eingebracht. Lüthi ist für die musikalische Leitung zuständig und spielt zusammen mit seinen Kollegen Dani Bösch, Walter Hegner, Sebi Heinzer und Johannes Schmid-Kunz nicht nur im Ensemble mit, sondern übernimmt auch die Rolle des Dirigenten im Jodelklub der Bühnenproduktion. Längst nicht alle angekündigten Aufführungen konnten in den vergangenen Monaten durchgeführt werden. Es sieht aber so aus, dass sie nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben sind. 

Inhaltlich geht es im erwähnten Jodelmusical um eine Landbeiz, die nicht mehr gut läuft. Simon Lüthi hat dazu ein Jodellied geschrieben. Es soll im Musical dem leidenden Gasthaus zu neuem Schwung verhelfen. Was auch geschieht. «Gerade in der Corona-Zeit, in der wir alle stecken, bekommt der Status dieser serbelnden Landbeiz eine ganz besondere Bedeutung», erklärt Lüthi. «Es ist aber grundsätzlich so, dass wir dankbar sein müssen für die noch wenigen Lokale in der Schweiz, welche in ihren Gaststätten Musikformationen engagieren und diese auch bezahlen. Eine Tradition und Kultur, die immer rarer wird und auch im Musical thematisiert ist», erklärt Simon Lüthi.

Es gehe ihm nicht darum, ein von ihm komponiertes Lied zu wünschen: Mit dem Lied «Sonä Landbeiz» habe er jetzt aber gerade mal Gelegenheit, jenen Wirtsleuten zu danken, die immer wieder Ländlermusikanten in ihren Restaurants aufspielen lassen. Wiederholung am Donnerstag um 13.30 und Freitag um 10.30 Uhr.

Geri Kühne

Beitrag vom 21.10.2020




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