Website Statistik
weitersagen  drucken 
Schwimmbad-Hans vom Schwager

Bild: SRF

Mein Gast im heutigen Geris Ländlertipp und am Telefon auf Radio Tell (immer am Mittwochabend um 19.30 Uhr, Wiederholung am DO um 13.20 und FR um 10.30 h) feiert heute Geburtstag. Er ist im selben Jahr geboren wie ich. Wir haben zweimal die Vier im Jahrgang. «Der beste», stellen wir unisono fest. Beat Michel ist seit Jahren gern gesehener und beliebter Gast an volkstümlichen Anlässen, und in der Szene als aufmerksamer Zuhörer und Kenner der Ländlermusik bekannt. In Lichtensteig aufgewachsen, war er immer ein grosser Verehrer Walter Grobs, hatte aber von Jugend an auch weitere Beziehungen zu Musik. Das Geburtstagskind ist vielseitig interessiert, liebt auch Jazz und sang Jahrzehnte lang in klassischen Chören.

Im Akkordeonorchester von Jakob Wäspi in Wattwil lernte Beat Michel den Toggenburger Willi Valotti kennen, der das Orchester nach dem Tod von Wäspi übernahm. Neben der orchestralen Akkordeonmusik war Michel damals zusammen mit seinem Bruder auch als Unterhaltungsmusiker auf Tour. Das ist in einzelnen Fällen pro Jahr in Altersheimen oder im Spital, wo Michel während Jahren als Direktor wirkte, noch heute so. Nicht mehr mit dem Bruder, sondern zusammen mit seiner Frau Amalie. Die war damals der Grund, warum sich Beat Michel nicht nur in das bildhübsche Fräulein Müller von der «Frohwies» im Bächli-Hemberg, sondern unsterblich und ebenso nachhaltig auch in die Ländlermusik verliebte.

In besagter «Frohwies», noch heute von Müllers geführt und als Ländlermusiklokal bekannt, wuchs Amalie zusammen mit zwei Schwestern und ihrem älteren Bruder Ernst auf. Der komponierte in der Zeit seiner Laufbahn so wunderbare, eingängige, von appenzellisch-toggenburgischer Tonalität geprägte Tänze wie «Bim Bäre Kari z Gonte», «E Stobe voll Goofe» (er war Vater von neun Kindern), «Am Theo z lieb», «De Schützekönig» oder «Bim Schwimmbad-Hans». Melodien, die nach wie vor im Repertoire heutiger Formationen figurieren, was nicht verwundert. Sie gehen ins Herz.

Bekannt wurden Ernst Müllers Kompositionen durch das 1962 gegründete, legendäre Echo vom Hemberg, das Müller mit Willi Valotti zusammen führte. In dieser Formation spielte Beat Michels spätere Frau Amalie Klavier. Im Telefongespräch darauf angesprochen, welchen Wunsch ihm Radio Tell zu seinem Geburtstag erfüllen könne, war sofort zu spüren, dass in dessen Brust zwei Herzen schlagen. Den Willi Valotti, den er von Jugend an kennt, verehrt Beat Michel als vielseitigen Musiker und Lieblingskomponisten. Um zwei Fliegen auf einen Streich zu schlagen, wählte das Geburtstagskind den «Schwimmbad-Hans», interpretiert von Willi Valotti und Dani Bösch an den Akkordeons, Walter Alder am Klavier und Köbi Schiess am Kontrabass. Die Aufnahme ist der CD «Musig chunnt vu Musig» entnommen, die vor zwei Jahren zu Ehren Ernst Müllers produziert wurde. In diesem Sinne pflegte sich Müller zu äussern, wenn er mal auf mögliche Ähnlichkeiten mit anderen Kompositionen angesprochen wurde: «Da isch immer scho so gsii».

Geri Kühne

Links zum Thema www.frohwies.ch
Beitrag vom 15.04.2020



Video SRF

Kommentieren


Empfang via DAB+



Mitgliedschaften



Webcam auf der Lueg



Suche



Werbung


Folge uns

Facebook Twitter Youtube RSS Newsletter
Empfehle uns