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«Kollektives Burn-out»


Auch das Volksmusikfestival in Altdorf, das in zwei Monaten vom 15. bis 17. Mai hätte stattfinden sollen, ist abgesagt. Wie vorderhand Ländlermusik in Beizen. Ebenso wie weitere kulturelle Events aller Gattungen. Altendorf wäre das erste Ereignis des Jahres gewesen, wo sich Tausende Volksmusikfreunde eingefunden hätten.

Beim Entscheid des OKs fielen mir die nächsten volkstümlichen Grossanlässe ein: Heiden über Pfingsten, Heirassa, Appenzell, Stubete am See. Gleichzeitig erinnerte ich mich der fröhlichen Atmosphäre, die an besagten Festivals jeweils herrscht. An die auffallend friedvolle Stimmung. An stunden- und tagelanges heiteres, aber harmonisches, respektvolles Zusammensein. Ohne je einen Polizisten zu sichten. 

In der aktuellen Krise werden Ordnungshüter eingesetzt, um Ansammlungen unvernünftiger Querulanten aufzulösen. «Aufpasser» müssen dumme Menschen voneinander trennen, die nicht wissen (wollen), was sie gerade tun. Mir fiel im Kontext von Absagen, Polizei und Rücksichtslosigkeit auch der Fussball ein, auf den gegenwärtig Millionen weltweit ebenfalls verzichten müssen. Erst ein ganz böses, katastrophales Ereignis hat dazu geführt, was da und dort schon längst hätte passieren müssen: Stop!

Abbruch, weil sich randalierende Hooligans in manchen Stadien immer wieder wie Idioten benehmen. Fertig! Aus, weil ein paar Dutzend Chaoten wüten und mit ihrer Ausschweiferei Träume von Vätern und Söhnen zerstören, die sich mal einen Liveauftritt von Zakaria und Co. gönnen. Klar, tschuttende Millionaris auf den Plätzen hätten mit einem von ihnen am Mikrophon verkündeten Abbruch eines Spiels den agressiven Pöbeleien schon längst Einhalt gebieten können. Ebenso sicher hätte der Club, der Arbeitgeber, des verlorenen Geldes wegen aber interveniert. Arbeitsverweigerung! Darum pöbeln sie noch immer.

Quo vadis? Vielleicht heilen gescheite, sachlich vermittelte Gedanken den satten Wohlstand unserer Gesellschaft. Wir hören nämlich zu, wenn sie von kompetenter Seite stammen, hängen hilfesuchend an den Lippen eines Daniel Koch und der Bundesräte.

Joachim Löw, den deutschen Fussball-Bundestrainer, kennen Millionen. Er fiel mir dieser Tage ebenfalls mit einem gescheiten Statement auf. Dieses bietet der grassierenden Seuche zwar nicht Einhalt, wirbt aber um Verständnis für angeordnete Massnahmen. Einfache Gedanken, die uns über diese schwere Zeit hinaus beschäftigen sollen. «Die Welt erlebt ein kollektives Burn-out», sagte der Fussballer, der ja auch Schwinger oder Turner sein könnte. Und weiter: «Ich habe das Gefühl, das sich die Natur gegen das Tempo und die Machtgier der Menschen wehrt. Fussball und Co. können jetzt wirklich warten». Wie recht Joggi Löw hat. Familien und Freunde, sowie der respektvolle Umgang miteinander, sind Dinge, die jetzt zählen. Und die Regeln unbedingt einhalten.

Beim Schreiben dieser Zeilen am Montag sind diese Regeln heute vielleicht bereits wieder andere. Haltet euch an das, was der Bundesrat verordnet - und bleibt gesund. 

Geri Kühne

Links zum Thema https://www.volksmusikfestival.ch/
Beitrag vom 25.03.2020



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