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Stegreifler und Studierte

Bild: Dani Häusler

Wenn immer ich dran denke und auch kann, höre ich am Freitagvormittag auf der SRF Musikwelle für ein paar Minuten dem Dani Häusler zu. Er spielt dann nicht auf seiner Klarinette, sondern stellt irgendetwas aus der so genannten «Sammlung Dür» vor. Dieser Radiomann aus früheren Zeiten sammelte und archivierte in den Jahren 1950 bis 1960 Tonbänder. Rund 8000 Beispiele umfasst das Archiv. Tonspuren querbeet durch die Schweizer Musik, die Volks- und Ländlermusik, den Jodel- und Chorgesang bis hin zur Unterhaltungsmusik.

Manchmal stöbere ich - weil verpasst - auf SRF Musikwelle unter «Verpasste Sendungen» (Logo!) im tönenden Fundus. Und bin dann froh, diese oder jene Perle aus der Sammlung doch noch entdeckt zu haben. Zum Beispiel Häuslers Beitrag vom 16. August des letzten Jahres, wo sich der Musikredaktor mit der Interpretation der Polka «Aus alter Zeit» auseinander setzte und sich dabei wieder einmal Gedanken zur Spezies Volksmusikant machte. Da gebe es schon wesentliche Unterschiede, stellte Häusler fest. Stegreifler hier. Und dort jene, die das Musizieren quasi gelernt hätten. 

«Die Positionen der Fans sind schnell umrissen und sie haben Konsequenzen. Für viele ist nur ein Stegreifler ein Volksmusikant. Einer, der alles aus dem Gehör und ohne Musiklehrer selber erlernt hat. Einer, der nicht das Glück hatte, in den Musikunterricht zu gehen und allerhöchstens mal vom Vater oder Grossvater einen Tipp bekommen hat. Stegreifmusik wird von Generation zu Generation übertragen.

Der Stegreifler habe in der Regel aber keinen richtigen Fingersatz, spiele dafür frech und fetzig, manchmal auch rau drauflos. Der «Gelernte» verfüge über einen sauberen, konsequent ausgeführten Fingersatz, spiele aber eher brav, weil ein wesentlicher Teil des Unterrichts auch darin bestehe, Feinheiten zu beachten, dynamisch (laut/leise) zu spielen und die Notenwerte in der Länge exakt anzuwenden. «Alles immer unter Kontrolle, ein schöner, gepflegter Vortrag, wie das Beispiel der gleich folgenden Polka zeigt. Ihr werdet es hören. Tönchen für Tönchen präzise aufeinander abgestimmt. Aber so richtig lüpfig und tänzig ist das dann halt überhaupt nicht. Das Pölkeli reisst mich jedenfalls nicht vom Hocker».

Häuslers Fazit über Stegreifler oder Studierte können wohl die meisten Ländlermusikfreunde nachvollziehen. Es kommt wirklich darauf an, wo man beim Musikhören gerade ist und worum es geht. Ein Konzert auf hohem Level in einem Saal, in einer Kirche, in einem Kleintheater, ist was völlig anderes als lüpfige, kugelrunde Musik an einem urchigen, fröhlichen Anlass in einer gemütlichen Beiz. «Was bevorzugt ihr», fragte Häusler am Schluss seines Beitrages? Er jedenfalls möge wirklich beides sehr gerne. Wir da draussen doch auch, lieber Dani. Am allerliebsten doch gleich alles zusammen vereint auf einen Chlapf! Dann ist die Sache gelaufen.

Geri Kühne

Links zum Thema http://www.zenos.ch/
Beitrag vom 04.03.2020


Live-Musik Auswahl: 

DO 05.03.
Altdorf «Kolping-Haus» (Planzer/Gasser 14 h)
Ibach-Schwyz «Rose» (Bründler/Gisler)
Adelboden «Schermtanne» (Ächt Bodästendig 20 h) 

FR 06.03.
Zug «Bären» (Mächler/Sidler 19 h)
Weggis «Gotthard» (Bühler/Fischer 19.30 h)
Zug «Zenos Rütli» (Rady Zemp)
Davos Frauenkirch «Landhuus» (Oberalp 20 h)
Seewen «Bauernhof» (Bäräaug)
Steinen «Stauffacher» (Karin Nussbaumer/Sebi Betschart)
Spiringen «Zur alten Post» (Chlewegruess)

SA 07.03.
Reichenburg «Ivos Beizli» (Joschts Musig 14 h)
Gstaad «Poho Rössli» (Oberbaselbieter LK u. weitere 19 h) 
Ibach «Post Diti und Nisi» (Schuler/Wiget 20 h)
Appenzell «Rössli» (Silberhorn)
Ried-Muotathal «Fluhhof» (Illgauergruess)
Rothenthurm «Biberegg» (Urs Brühlmann)
Meiringen «Zwirgi» (Echo vom Gätterli)
Volketswil «Pasadena» (E. v. Kontrabass-Shop, Julius Nötzli)

SO 08.03.
Erstfeld «Gotthard-Raststätte» (Riviera Weggis10 h)
Lenk «Leiterli» (Bärner Ländlers 11 h)
Affoltern a.A. «Café Casino» (Bachmann/Müller 14 h)
Allenwinden «Löwen» (Illgauergruess)
Chur «Charlys Bierhalle» (Scheidner Buaba)
Rickenbach «Windstock» (Hüüsmüsig Gehrig)
Weissbad «Loosmühle» (Bazli und Kollege 15 h)

MO 09.03.
Ebnat-Kappel «Schützengarten» (Lüthi/Valotti 14 h)
Muotathal «Selgis» (Nussbaumer/Betschart)
Altdorf Schützenhaus» (Holdrioo Appenzell 20 h)



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